Der Ost-Pilion stellt die "wilde" Seite des süßen Bergs dar, da er mit bewaldeten hohen Gipfeln beginnt und an einer felsigen Küste mit herrlichen Stränden direkt an der Ägäis endet. Während auf den Gipfeln dichte Buchenwälder zu finden sind, gibt es auf den mittleren Höhen Kastanienbäume sowie andere wild wachsende und angebaute Bäume. Am Meer sind Olivenbäume vorzufinden. Rauschende Wasserfälle und Gebirgsbäche tragen das Schmelzwasser das ganze Jahr über den Berg hinab und schaffen so ein Landschaftsbild in sattem Grün, das sich bis zum tiefblauen Meer der Ägäis erstreckt.
In dieser wunderschönen Umgebung entwickelten die Bewohner in der Vergangenheit Dörfer mit einer herausragenden Architektur und hinterließen uns eine unberührte Natur mit Fußwegen, Hütten und Anbauflächen. Zu den größeren Ortschaften der Region gehören Tsagarada und Zagora.

Von Volos kann man über 2 Straßen in den Ost-Pilion gelangen, entweder über die Küstenstraße über Milies und Neochori oder über die Bergstraße durch Chania. Das Straßennetzwerk ist in beiden Richtungen gut ausgebaut, aber aufgrund der vielen Kurven etwas schwierig - eine natürliche Schutzmaßnahme gegen den Massentourismus.
Abgesehen von ihrer natürlichen Schönheit ist die Gegend auch für ihre Herstellung von Äpfeln, Birnen und Kastanien für ganz Griechenland bekannt. Anderes Obst und Gemüse wird für den lokalen Verzehr angebaut.
Tsagarada ist der am dünnsten besiedelte und grünste Ort des Pilion, aber auch in ganz Griechenland. Er besteht aus vier Vierteln (Agioi Taxiarches, Agia Paraskevi, Agios Stefanos, Agia Kiriaki), die den Eindruck von separaten Dörfern entstehen lassen. Das Dorf liegt inmitten einer dichten Vegetation von wilden Kastanienbäumen und Apfel- und Birnenbäumen. Die Gärten der Häuser werden von wilden Blumen und Hofblumen, vor allem durch großen Hortensien und Kamelien geschmückt.

Einer Version zufolge bedeutet der Name "Tsagarada" "Herden und Herdenställe", während eine andere den Namen auf die "schöne Lage" und eine andere Version den Namen auf einen "mit Mauern befestigter Ort" zurückführt.
Der Ort entstand wahrscheinlich gegen Ende des 16. Jahrhunderts durch Küstenbewohner, die sich vor Piraten schützen wollten, und durch Flüchtlinge, die im Rahmen der Türkenherrschaft hier Zuflucht suchten.

Das Dorf gelangte mit der Zeit zu Wohlstand und etablierte im 18. Jahrhundert eine bedeutende Herstellung von Seide und Kleidung für den Export nach Europa. Später verließen viele Bewohner das Dorf, um in der Ferne ihr Glück zu suchen (hauptsächlich in Ägypten). Durch den dort erworbenen Wohlstand ließen sie dann in ihrer Heimat herrliche Herrenhäuser sowie Kirchen und öffentliche Gebäude errichten.
Heute ist es dem Ort gelungen, Tourismus und Landwirtschaft gekonnt miteinander zu vereinen.






